Arbeitskreis Traditionelle Astrologie

20. Dezember 2008

Die Aspekte in der Stundenastrologie

von Hedwig Gebbeken

Wenn in der Stundenastrologie nach der Vollendung einer Sache geschaut wird, braucht es einen applikativen Aspekt zwischen den Signifikatoren der Fragestellung. Wir achten sehr genau darauf, ob ein Aspekt bereits vorbei ist (separativer Aspekt) oder demnächst zustande kommen wird (applikativer Aspekt). So müssen sich entweder die Planeten selbst durch Aspekte begegnen oder ein dritter Planet oder der Mond verbindet durch seine Aspekte die Signifikatoren der Frage.

Je nachdem, welche Aspekte sich bilden, können wir entschieden, auf welche Weise die Angelegenheit ihren Verlauf nehmen wird. In der Stundenastrologie arbeiten wir nur mit den Hauptaspekten und den Antiscien.

Es gelten folgende Grundregeln im Verlauf durch das Entstehen von Aspekten:

  • durch Konjunktion: es gibt eine Begegnung, eine Einigung, ein Zusammentreffen, die Angelegenheit kommt zustande
  • durch Trigon: ein leichtes Zusammentreffen, ein leichtgängiger Prozess, für den nicht viel Energie aufgewendet werden muss
  • durch Sextil: ähnlich dem Trigon, aber mit einem „Arbeitsaspekt“ verbunden
  • durch Quadrat: es gibt eine Begegnung, ein Zusammentreffen oder einen Kontakt, der aber nur mit sehr viel Aufwand und Mühe zustande kommt, ein Quadrat kann die Verhinderung eines später folgenden Trigons oder einer späteren Konjunktion sein
  • durch Opposition: es gibt ein Zusammentreffen, eine Einigung, eine Begegnung, die aber mehr Mühe kostet, als sie letztlich wert ist, die Opposition kann ein späteres Sextil oder Trigon verzögern, ein Treffen, das man evtl. bereut
  • durch Antiszie/Spiegelpunkt: ein Zusammentreffen, das zustande Kommen einer Angelegenheit durch einen nicht ganz offensichtlichen Prozess

Neben den direkten Aspekten, die zwei Signifikatoren zueinander bilden werden, bewerten wir noch folgende etwas weniger offensichtlichen Verbindungen:

  • Mond „void of course“ => der Mond wird innerhalb des Zeichens keinen Aspekt mehr bilden: in der Angelegenheit wird sich so schnell nichts ändern
  • Übertragung des Lichts: der Mond bildet einen Aspekt von Signifikator A zu Signifikator B und verbindet somit beide, ohne dass die beiden selbst einen Aspekt zueinander bilden, der Effekt ist ein Zusammentreffen; der Aspekt zum Signifikator A muss vor dem Fragezeitpunkt liegen, der Mond überträgt somit das Licht von A nach B.
  • Sammlung des Lichts: zwei Signifikatoren bilden selbst keinen Aspekt zueinander, aber aspektieren nacheinander einen dritten Planeten, der Effekt ist ein Zusammentreffen
  • Wiedervereinigung oder Rückzug: ein Planet wird rückläufig und bildet damit einen erneuten Kontakt oder entzieht sich dadurch einem Kontakt
  • Vereitelung, Verhinderung: bevor der günstige Aspekt zustande kommt, wirkt noch ein ungünstiger Aspekt, der Effekt ist eine Verzögerung oder ein nicht zustande kommen


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